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Im Zuge des Wettbewerbs mit China: Indien baut seine Marine im Indischen Ozean aus

Indien versucht sich mit Unterstützung des Westens als ein Gegengewicht zu China im Indopazifik zu etablieren. Dabei baut Indien massiv seine Marine im Indischen Ozean aus. Die Huthi-Angriffe auf Schiffe im Roten Meer kommen den Ambitionen Indiens gelegen, in der Region mehr Präsenz zu zeigen.
Im Zuge des Wettbewerbs mit China: Indien baut seine Marine im Indischen Ozean ausQuelle: AFP © Ludovic Marin

Jahrzehntelang hat Indien seine Verteidigungspolitik auf seine Landgrenzen zu den Rivalen Pakistan und China konzentriert. Jetzt, da Indien seine globalen Ambitionen ausweitet, beginnt es, seine Seemacht in internationalen Gewässern einzusetzen. Dazu gehören Patrouillen zur Bekämpfung der Piraterie und ein weithin bekannter Einsatz in der Nähe des Roten Meeres zum Schutz von Schiffen vor Angriffen während Israels Krieg mit der Hamas.

Indien entsandte im November drei Lenkwaffenzerstörer und Aufklärungsflugzeuge, als die jemenitische Huthi-Bewegung in Solidarität mit der Hamas Schiffe angriff und damit eine wichtige Handelsroute unterbrach, über die etwa 12 Prozent des Welthandels abgewickelt werden.

Der Einsatz habe den "proaktiven Beitrag" Indiens zur internationalen maritimen Stabilität unterstrichen, sagte Vizeadmiral Anil Kumar Chawla, der 2021 als Chef des indischen Marinekommandos Süd in den Ruhestand ging. "Wenn man keine Seemacht ist, kann man nie den Anspruch haben, eine Weltmacht zu sein", unterstrich Chawla. Indien, das bereits eine Regionalmacht ist, positioniere sich heute als globaler Akteur, als eine aufstrebende Weltmacht", führte er weiter aus.

Indien machte die Stationierung im großen Umfang publik und signalisierte damit seinen Wunsch, eine größere Verantwortung für die maritime Sicherheit in der Welt zu übernehmen sowie seine wachsenden maritimen Ambitionen gegenüber dem regionalen Rivalen China. "Es ist eine Botschaft an China. Dies (Indischer Ozean) ist unser Hinterhof. Er gehört uns zwar nicht, aber wir sind wahrscheinlich die fähigste und verantwortungsvollste Seemacht in der Region", betonte Chawla.

Die indische Marine half in letzter Zeit mindestens vier Schiffen, von denen drei von den Huthi angegriffen wurden. Am 26. Januar unterstützte der indische Lenkwaffenzerstörer INS Visakhapatnam die Besatzung eines unter der Flagge der Marshallinseln fahrenden Tankers bei der Brandbekämpfung, nachdem dieser im Golf von Aden von einer Rakete getroffen worden war. 

China hat seine Präsenz im Indischen Ozean, einer wichtigen Route für seine Energielieferungen, massiv ausgebaut. Es verfügt über die größte Marine der Welt, gemessen an der Zahl der Schiffe, die mehr als dreimal so groß ist wie die indische Marine. China betreibt auch eine mächtige Flotte großer Küstenwachen und eine sogenannte Seemiliz, die aus Fischereifahrzeugen besteht, die mit der Küstenwache bei der Durchsetzung von Gebietsansprüchen im Südchinesischen Meer zusammenarbeiten.

"Die Chinesen sind auf der Suche nach immer mehr Marinestützpunkten im erweiterten Indischen Ozean", so Generalleutnant D. S. Hooda, ein ehemaliger indischer Militäroffizier und heutiger Strategieexperte. "Angesichts dessen hat Indien keine andere Wahl, als seine eigenen Stützpunkte weiter auszubauen." Experten sagen, dass der wachsende Wettbewerb mit China Indien dazu veranlasst, fortschrittlichere Schiffe, U-Boote und Flugzeuge zu erwerben und mehr in Technologie und Infrastruktur zu investieren.

Indien, die USA, Australien und Japan sind Mitglieder der als Quad bekannten indopazifischen strategischen Allianz, die China wiederholt vorgeworfen hat, im Südchinesischen Meer seine militärischen Muskeln spielen zu lassen und seine maritimen Territorialansprüche durchzusetzen. Für Indien ist das Südchinesische Meer nach wie vor ein Hauptanliegen, da etwa 60 Prozent des indischen Frachtgutes über die Schifffahrtswege in der von Peking dominierten Region transportiert werden. 

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