
Nur "politische Floskeln": Vater einer getöteten Tochter kritisiert Merz-Reaktion

Die Jahresstatistik migrationsbedingter Messermorde wurde durch die jüngsten Ereignisse in Trier und Nürnberg um weitere Fälle ergänzt. Die Eltern des tödlich attackierten 22-jährigen Studenten aus Trier informierten im Bild-Gespräch darüber, dass Bundeskanzler Merz drei Tage nach dem schockierenden Ereignis telefonisch sei Beileid bekundet und "Unterstützung angeboten" habe. Michael Kyrath, dessen Tochter im Januar 2023 bei einem Messerangriff in einem Regionalzug bei Brokstedt getötet wurde, kann im Welt-Interview in dem andauernden verbalen Agieren der Politik wenig Glaubwürdigkeit erkennen.
Michael Kyrath ist der medial bekannte Vater der 17-jährigen Ann-Marie Kyrath (RT DE berichtete), die am 25. Januar 2023 bei einem Messerangriff durch einen Palästinenser in einem Regionalzug bei Brokstedt getötet wurde. Bei dem Amoklauf starb zudem ihr Freund, vier Reisende wurden schwer verletzt.

Seit dem Tod seiner Tochter tritt Kyrath als Sprecher für Angehörige von Opfern schwerer Gewalttaten auf und fordert regelmäßig unter anderem Veränderungen in der Sicherheits- und Migrationspolitik. So in öffentlichen Veranstaltungen des Vereins "Trauerwache Deutschland".
Zu dem nun bekanntgewordenen Merz-Telefonat mit den Eltern des Studenten, der in Trier von einem Afghanen getötet wurde, heißt es im Bild-Artikel:
"Der Fall ihres Sohnes soll jetzt Deutschland aufrütteln. Von der Politik erwartet Elke Dick, die sich selbst seit Jahren ehrenamtlich in der CDU engagiert, 'echte Lösungen, damit so etwas nie wieder passieren und der nächste Mord vermieden werden kann'. Jetzt haben die Eltern erste Antworten bekommen: Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich bei ihnen gemeldet."
Das Telefonat dauerte laut dem betroffenen Vater "rund zehn Minuten und es war ein gutes Gespräch und es wurde uns Unterstützung angeboten." Zudem hätten sich der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) sowie der Chef der Mainzer Staatskanzlei Marcus Klein (CDU) "bei den trauernden Eltern inzwischen gemeldet."
Michael Kyrath erklärt im Welt-Interview zu den Aussagen, dass er "genau dasselbe, was Marius' Eltern [jetzt] fordern", ebenfalls vor dreieinhalb Jahren seitens der Politik erwartet habe. Kyrath führt weiter aus:
"Mir wurde alles Mögliche auch versprochen, mir wurde alles zugesichert. Ich habe häufig gehört, wir sprechen drüber, wir diskutieren drüber, wir planen, wir machen. Im Endeffekt so brutal, wie sich das anhört: 'Und täglich grüßt das Murmeltier'. Es ist also immer wieder das Gleiche, es wiederholen sich die Taten."
Diesbezügliche Medienmeldungen würden immer wieder dieselben Täterprofile beschreiben, so Kyrath, "es ist dasselbe Tatwerkzeug. Es ist nahezu derselbe Tathergang, es sind dieselben Tatenmotive." Seine unmissverständliche Kritik laute daher:
"Und es sind im Anschluss dieselben Floskeln der üblichen verantwortlichen Politiker, die nichts sagen sind und im Endeffekt auch nichts rauskommt dabei."
Bundeskanzler Merz erfuhr dabei in Verbindung seiner jüngsten Aussage im ZDF-Sommerinterview zum Thema "Migrationsprobleme" und den annähernd täglichen Medienmeldungen über "Stichwaffenereignisse" in Verbindung mit migrantischen Tätern Kritik in den sozialen Medien. So erklärte Merz zu diesem Punkt lediglich:
"Ich will in dem Zusammenhang darauf hinweisen, wir haben die Flüchtlingskrise versucht in den Griff zu bekommen und ich glaube, dass uns das gelungen ist."
Merz und die Flüchtlingskrise: Sein „Mission Accomplished“-Moment pic.twitter.com/sQHbucJ5zH
— _horizont_ (@hori_____zont) July 20, 2026
Im ZDF-"Faktencheck" zum Sommerinterview mit dem Bundeskanzler findet sich der Begriff Migration nicht einmal. Entsprechend erweitert Kyrath seine Kritik im Interview mit den Worten:
"Es ändert sich leider überhaupt gar nichts. Ich kann nur die Eltern unterstützen und auch meine Hilfe anbieten, den Eltern, dass ich ihnen Unterstützung anbieten kann. Aber dass da politisch irgendetwas draus folgt, ich verliere so langsam meinen Glauben daran."
Es sei schlicht demotivierend, was in den letzten Jahren seitens der Politik in Verbindung mit fast täglichen Realitäten nicht passiert, also umgesetzt worden sei: Entsprechende Maßnahmen gegen die Gewaltwelle im Land fehlen weiterhin. Für den Opfervertreter "ist es wirklich frustrierend, es ist auch beschämend und auch ein absoluter Schlag ins Gesicht aller Eltern verwaister Kinder, was hier passiert."
Am Sonntag, den 19.07. um 17:15 Uhr im ZDF...oder ab sofort in der Mediathek...https://t.co/iwTp90QHPn
— Michael Kyrath (@kueksElm) July 6, 2026
Es gehe in der gesamten, andauernden Diskussion eben nicht um eine Verallgemeinerung der Sachlage, so Kyrath abschließend:
"Wir reden davon, dass wir endlich anfangen müssen, eine intelligente, vernünftige Debatte mit Fingerspitzengefühl zu führen, um unsere Kinder zu schützen."
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